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Hybride Arbeit: Tägliche Rituale, die gut tun

Person arbeitet im Home Office

Die heutige Arbeitswelt wird definitiv immer hybrider. Sowohl in kleinen als auch in großen Unternehmen steigen hybride Arbeitsformen an. In Deutschland galt zwischenzeitlich während der Corona-Pandemie eine Homeoffice-Pflicht. In Frankreich wird die Arbeit im Home Office im Rahmen von Betriebsvereinbarungen organisiert und eingesetzt. Den Unternehmen kommt somit eine wichtige Rolle bei der Gesundheitsprävention und der Bekämpfung der sitzenden Lebensweise ihrer Mitarbeiter*innen zu, welche in Zeiten von Gesundheitskrisen und verordneter Homeoffice-Arbeit immer wichtiger wird.

 

Mit der Remote-Arbeit kann auf die Wünsche der Arbeitnehmer*innen, aber auch auf die des Unternehmens eingegangen werden.

Wünsche der Arbeitnehmer*innen: 

  • Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben
  • Größere Autonomie
  • Ruhigeres Umfeld zur Verbesserung der Konzentration

Wünsche des Unternehmens:

  • Flexibilität 
  • Organisation des Arbeitsplatzes (Flex Office, Reduzierung der Bürofläche usw.)
  • Kontinuität der Arbeit im Falle einer Krise oder eines unerwarteten Ereignisses 

Gleichzeitig muss die Autonomie, die die hybride Arbeit bietet, zum Wohlbefinden der Mitarbeiter*innen beitragen. Eine Realität, der sich die verschiedenen Akteur*innen bewusst sein müssen: Homeoffice-Arbeit kann den Arbeitnehmer*innen Einschränkungen aussetzen, die zu beruflichen Risiken führen können.  

Beispiele für solche Risiken sind: 

  • Isolation und Verlust der Verbindung zur Gruppe 
  • Hyper-Konnektivität bei der Arbeit (erhöhte Anforderungen durch die Einrichtung zahlreicher Austauschgruppen, Videokonferenzen usw.)
  • Schwierigkeiten bei der zeitlichen und räumlichen Aufteilung, um ein Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben zu finden 
  • Die Gestaltung des Arbeitsplatzes ist nicht an die Bildschirmarbeit angepasst

Damit die hybride Arbeit zu einer Arbeitsform des Wohlbefindens wird, müssen die Arbeitnehmer*innen zu Protagonisten dieser Arbeitsweise werden und nicht nur zu Konsumenten.  

 

Tipps und Tricks für’s Home Office

Wir haben den Wert des Trios “Fortbewegungsmittel-Arbeit-Schlaf” unterschätzt, denn der übliche Weg ins Büro ist oft mit Müdigkeit, Streiks, Staus, Umweltverschmutzung etc. verbunden. Kurz gesagt: Stress. Nach mehreren Monaten Heimarbeit sind die Arbeitnehmer*innen jedoch ziemlich nostalgisch geworden, was den Weg ins Büro angeht. Der Weg von der Arbeit nach Hause ist zweifelsohne der wichtigste Entspannungspunkt des Tages. Sie setzt die Grenzen zwischen Arbeit und Ruhezeit, aber auch die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben.

U-Bahn und Autos fahren über die Spree

Welche Rituale sollten durch die Arbeitgeber*innen, aber auch durch die Arbeitnehmer*innen eingeführt werden, um die Gesundheit und den Zusammenhalt zu fördern?

Die Vorteile der körperlichen Betätigung sind zahlreich und müssen für die körperliche und geistige Gesundheit der Arbeitnehmer*innen nicht mehr bewiesen werden.

 

Neue Vorsätze für’s Homeoffice!

  • Aufstehen und sich so fertig, als ob man tatsächlich ins Büro gehen würden und den kleinen Hauch von Make-up zum Spaß nicht vergessen.
  • Ersetze den physischen Weg ins Büro durch einen Spaziergang, eine Fahrradtour, eine Joggingrunde oder eine Mediationssitzung.
  • Trenne  die Tageszeiten mit akustischen Alarmen auf deinem Handy oder in deinem Terminkalender, um die Mittagspause, die virtuelle Kaffeepause mit den Kolleg*innen und schließlich den Feierabend festzulegen. 
  • Organisiere dir einen festen Arbeitsplatz (idealerweise in einem separaten Raum), damit du nicht jedes Mal umziehen musst.

 

Home Office und Hunger - Wer kennt’s nicht?

Der Kühlschrank ist nicht weit entfernt und sollte bis zur Mittagspause möglichst geschlossen bleiben, um die mit einer sitzenden Lebensweise verbundenen Risiken (Diabetes, Gewichtszunahme usw.) zu vermeiden. Um den Hunger zu stillen, gibt es nichts Besseres als eine kleine Snackbox mit Nüssen, vorzugsweise ungesalzenen Mandeln, Apfelspalten, Karotten, Paprika oder Gurken (natürlich nicht zu kalorienhaltig). Und vergiss nicht, dir eine große Flasche Wasser bereitzustellen. 

Endlich sind wir bereit, uns vor den Bildschirm zu setzen. Wir konsultieren unseren Terminkalender und setzen uns eine vernünftige Liste von To-Do's für den Tag oder sogar die Woche. Um sich zu motivieren, solltest du in jeder Mittagspause oder am Ende des Tages in deinen Terminkalender eintragen, was du in dieser Woche gerne erledigen möchtest. Du kannst dein Arbeitspensum auch in Zusammenarbeit mit deinem/deiner Vorgesetzten strukturieren und planen, welche Tätigkeiten du zu Hause und im Büro erledigen kannst.

 

Bewegung nicht vergessen!

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt mindestens 10.000 Schritte pro Tag zu gehen, was 7,5 km pro Tag entspricht, um eine sitzende Lebensweise zu vermeiden und gesund zu bleiben. Dieses Ziel ist schwer zu erreichen und kann morgens ziemlich entmutigend sein. Aber woher kommt diese Zahl? Diese Zahl entstand während der Olympischen Spiele in Tokio 1964, als die Yamasa Corporation einen Schrittzähler namens Manpo-kei auf den Markt brachte, was so viel bedeutet wie "10.000-Schritte-Messung". Es handelt sich also um ein reines Marketingkonzept. Das National Observatory on Physical Activity and Sedentary Behaviour (ONAPS) empfiehlt jedoch ein tägliches Pensum von 5.000 bis 6.000 Schritte pro Tag und die WHO empfiehlt 150 Minuten mäßig intensive Bewegung pro Woche, d. h. etwa 20 Minuten pro Tag. Um gesund zu sein, würde es laut einer aktuellen amerikanischen Studie ausreichen, zwischen 4.000 und 7.500 Schritte pro Tag zu gehen.  

Das Schlüsselwort ist "Bewegung" und dafür gibt es nichts Besseres als dies im Team zu tun und zwar mit Hilfe von Herausforderungen zur körperlichen Betätigung, die das Unternehmen einrichten kann. Keine Sorge: Körperliche Aktivität bedeutet nicht gleich Sport - jede*r kann mitmachen!

Menschen fahren Kajak

Und was wäre, wenn wir als Team spielen würden?

Das Spiel kann kürzere und viel wirkungsvollere Botschaften vermitteln als der aktuelle Text und das Verhalten deiner Mitarbeiter*innen verändern. Es motiviert und ermutigt die Kolleg*innen, ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Es fördert den Zusammenhalt, die Zusammenarbeit und schafft Verbindungen. 

Hier ein paar Beispiele:

  • tägliche oder wöchentliche Schrittzähler-Challenges
  • eine Spende für eine Wohltätigkeitsorganisation (Stadt-Lauf, etc.)
  • Teamevents (z.B. Fallschirmspringen, ein Ausflug ans Meer, Skifahren)

Das Wichtigste ist, dass sich alle Kolleg*innen gegenseitig motivieren und ermutigen. 

 

Weitere Tipps

  • Lege regelmäßig kurze Pausen ein (ca. 5 Minuten pro Stunde), um die visuelle Ermüdung zu begrenzen indem du den Blick vom Bildschirm nimmst und kurz geistig abschaltest. Stehe also auf und gehe ein paar Schritte. 
  • Auch Telefonkonferenzen sind Gelegenheiten um aufzustehen und zu gehen. 

 

Mein Wecker klingelt: Mittagspause! Lass uns aufstehen…

Die Mittagspause ist eine weitere Gelegenheit, aus dem Haus zu gehen und sich zu bewegen. Du kannst zum Beispiel

  • Ein gemeinsames Mittagessen mit Kolleg*innen, die in der Nähe wohnen, mit deinem/deiner Partner*in oder Freund*innen organisieren. 
  • Eine körperliche Aktivität, die dir Spaß macht (Gartenarbeit, Friseurbesuch, Schwimmbad, Fitnessstudio, Spazierengehen, Joggen, Shopping), planen und gleichzeitig das Immunsystem stärken. 
  • Nimm dir einfach die Zeit, eine schöne Mahlzeit zu kochen.

 

Wie sieht es mit der sozialen Interaktion aus?

Zu Hause ist der/die Arbeitnehmer*in potenziell isoliert. Obwohl die Arbeit zu Hause die Konzentration fördert und die Unterbrechungen der Arbeit einschränkt, kann sie auch Suchtverhalten oder Leidensdruck am Arbeitsplatz fördern.

Aufrechterhaltung des Teamgeistes 

Der Wechsel zwischen Home Office und persönlicher Arbeit ist wichtig, um Kolleg*innen zu treffen und Kontakte zu knüpfen. Darüber hinaus ermöglicht die Förderung der Zusammenarbeit bei bestimmten Aufgaben oder Projekten die Entwicklung eines Gefühls der Zugehörigkeit zum Unternehmen, einer Gemeinschaft und einer Unternehmenskultur. 

Die Leitung eines Remote-Teams stellt eine neue Herausforderung dar und erfordert eine Schulung oder Sensibilisierung der Führungskräfte für dieses Thema. Die Teamleiter*innen müssen sich eine andere Managementvision zu eigen machen. Die Überwachung der Stimmung der Mitarbeiter*innen durch wöchentliche Einzelgespräche hilft, psychosoziale Risiken zu vermeiden. Es ist auch eine Gelegenheit, mögliche Schwierigkeiten bei der Arbeit selbst zu besprechen. Zu diesem Zweck kann die Führungskraft folgende Punkte berücksichtigen: 

  • Einführung von Kommunikationsritualen zwischen Mitarbeiter*innen im Home Office und Kolleg*innen im Büro.
  • Der Austausch von Angesicht zu Angesicht sollte so regelmäßig wie möglich stattfinden. Dies wird dazu beitragen, Missverständnisse aufgrund der Entfernung zu vermeiden.

Person nimmt an einem Online-Meeting teil

 

Jetzt ist Feierabend!

Deine Freunde und Familie warten darauf, dass du einige wertvolle und entspannte Momente mit ihnen erlebst. Mit dem Einsatz der digitalen Technologie, die heute ein wesentlicher Bestandteil der Arbeitswelt ist, verändern sich die Arbeitsmethoden. In vielen Bereichen gibt es keinen festen Arbeitsplatz mehr, die Arbeitnehmer*innen sind zunehmend auch außerhalb der Bürozeiten "vernetzt", die Grenze zwischen Berufs- und Privatleben ist fließend und die Arbeitszeit ist nicht mehr kontinuierlich. Um sich dieser Realität anzupassen und den notwendigen Schutz für die Gesundheit der Arbeitnehmer*innen von heute zu schaffen, wurde ein Recht auf Abschalten in das französische Gesetz aufgenommen.

Kurze Erklärung: Das Recht auf Abschaltung ist ein in Frankreich gesetzlich verankertes Prinzip, demzufolge ein*e Arbeitnehmer*in das Recht hat, außerhalb der Arbeitszeit keinen Kontakt zu digitalen Arbeitsmitteln (Mobiltelefon, E-Mails usw.) zu haben. Frankreich war das erste Land, das dieses Recht im Arbeitsrecht (für Unternehmen) verankert hat. Der französische Rechtskorpus hat das Recht auf Unterbrechung der Arbeit im Rahmen des El-Khomri-Gesetzes (besser bekannt als "loi Travail") integriert. Seit dem 1. Januar 2017 sind Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten dazu verpflichtet, Verhandlungen über den Abschluss einer entsprechenden Betriebsvereinbarung aufzunehmen. Diese Verpflichtung ist in Artikel L. 2242-17 des Arbeitsgesetzes verankert.

Es ist an der Zeit, den PC auszuschalten und sich auf das eigene Privatleben zu konzentrieren. Du hast wahrscheinlich geplant, dich mit deinen Freunden zu treffen, ins Café oder den Sportverein zu gehen, um die üblichen Leute zu treffen, oder mit deinen Kindern im nahegelegenen Park spazieren zu gehen. Also los, es ist Zeit sich zu entspannen!
Die physische Verfügbarkeit im Home Office ist ein Vorteil für diejenigen, die uns nahestehen wie Kinder, Ehepartner oder auch Haustiere, aber sie bedeutet nicht unbedingt die Verfügbarkeit des Geistes. In der Tat sind wir am Telefon, in Besprechungen, in Videokonferenzen oder arbeiten an einem wichtigen Projekt und sind daher nicht verfügbar. Die Vorwürfe unserer Angehörigen bringen uns dazu, uns selbst in Frage zu stellen und nicht verhandelbare Grenzen für die Telearbeit oder die Anwesenheit im Büro zu setzen - zum größeren Glück unserer Angehörigen, aber auch für das Unternehmen, das glückliche und gesunde Mitarbeiter*innen gewinnt und behält.

Cocktails mit Freunden trinken

Trenne dein Berufs- vom Privatleben, um aufmerksamer und sensibler, offener für Gefühle anderer und verantwortungsbewusster gegenüber dir selbst und deinen Lieben zu sein.

 

Du hast Schwierigkeiten beim Abschalten? Zögere nicht, in deinem Umfeld darüber zu sprechen…

  • …mit deinen Kollegen, um deine Erfahrungen, Schwierigkeiten und gute Praktiken zu teilen.
  • …mit deinen Vorgesetzten, um regelmäßig über deine Projekte, deine Schwierigkeiten und die Organisation deiner Arbeit von zu Hause zu sprechen.
  • ...mit der IT-Abteilung, die dich beraten und dir bei der Lösung technischer Probleme helfen kann.
  • …mit deiner Abteilung für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz.