Skip to content

Energiekrise: Wer zahlt die Heizkosten im Homeoffice?

Spätestens seit Ausbruch des Ukraine Krieges ist die Energiekrise in aller Munde: Doch die laut Bundeskanzler Olaf Scholz vermutlich länger anhaltende Energieknappheit führt nicht nur zu rapide steigenden Preisen, sondern auch zu Veränderungen und Einschränkungen in sämtlichen Lebensbereichen. Natürlich ist davon auch das Arbeitsleben betroffen und Unternehmen dazu angehalten, Energie einzusparen. Für viele Arbeitnehmer resultiert daraus: Zurück ins Homeoffice. Doch wer zahlt die dort zusätzlich anfallenden Heiz- und Stromkosten? 

 

Inhaltsverzeichnis:

 


Infokasten: Was ist eigentlich eine Energiekrise und warum sind Heizöl, Gas und Strom so teuer geworden?

Von einer Energiekrise ist die Rede, wenn der Energiebedarf mit den zur Verfügung stehenden Mitteln und Reserven nicht gedeckt werden kann, daraus eine permanente Unterversorgung entsteht und sich folglich das Verbrauchsverhalten abrupt ändern und anpassen muss.

Zu den Auslösern der aktuellen Energiekrise zählen dabei größtenteils folgende zwei Ursachen:

  1. Weltweit stark gestiegene Stromnachfrage: Besonders aufgrund der durch den langanhaltenden Winter 2020/21 gesunkenen Gasspeicherfüllstände. Aber auch durch den vermehrten Einsatz von Klimaanlagen aufgrund steigender Temperaturen.  
  2. Veränderte politische Rahmenbedingungen: bzw. eine veränderte Versorgungslage seit Russland 2021 die Gaslieferungen nach Deutschland eingeschränkt und teilweise sogar gestoppt hat. Darüber hinaus verschärfte der Ukraine-Krieg die Situation, wodurch Unsicherheiten an den Märkten ebenfalls zu weiteren Preissteigerungen führten.


 

Einkommensschwache Haushalte leiden finanziell am stärksten 

Zurück im Homeoffice steigen die Herausforderungen für viele Arbeitnehmer: Neben den aus der Corona-Pandemie bereits bekannten Schwierigkeiten gesellt sich nun auch die große Finanzierungsfrage bei steigenden Energiepreise hinzu. 

Besonders einkommensschwache Haushalte werden dabei durch die stark gestiegenen Kosten enorm belastet, wie Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in der Abbildung zeigen.
Die Auswertung zeigt deutlich, dass das Belastungssaldo bei einkommensschwachen Haushalten mit plus 3,0% des Haushaltsnettoeinkommens am höchsten ist. Doch auch die mittleren  Haushalte sind mit einem Belastungssaldo von  2,4% stark betroffen

Übersicht: Ärmere Haushalte leiden stärker unter hohen Energiekosten. Stand April 2022

Entlastung in Sicht? 

Ende des Jahres 2020 hat die Bundesregierung die Homeoffice-Pauschale beschlossen, um Arbeitnehmer im Homeoffice finanziell zu entlasten. Ein Hoffnungsschimmer für die einkommensschwachen Haushalte. Schade nur, dass die Homeoffice-Pauschale erst einmal nur für bis Ende 2022 eingeführt wurde, höchstens 600 Euro beträgt und an die Werbungskostenpauschale gebunden ist. 

Pro Arbeitstag in den heimischen vier Wänden dürfen Arbeitnehmer*innen fünf Euro von der Steuer absetzen, allerdings nicht mehr als  höchstens 600 Euro im Jahr. Gerade einmal 120 Arbeitstage können somit abgerechnet werden - was nicht einmal der Hälfte der durchschnittlichen Arbeitstage pro Jahr entspricht.
Darüber hinaus ist ein weiteres Manko die Einrechnung in die Werbungskostenpauschale (Arbeitnehmer-Pauschbetrag), die bei insgesamt 1.000 Euro im Jahr liegt. Durch den Wegfall des Arbeitsweges entfällt allerdings der Anteil der Pendlerpauschale, wodurch viele Arbeitnehmer*innen mit den Homeoffice Tagen nicht über die Grenze von 1.000 Euro kommen und somit keine Steuern sparen. 

Dennoch gibt es einen Hoffnungsschimmer:
Ab Januar 2023 soll die Tagesgrenze immerhin auf 200 Tage angehoben werden, wodurch die 1.000 Euro pro Jahr im Rahmen der Homeoffice-Pauschale erreicht werden können. Schlussendlich wird sich zeigen, ob von der Pauschale trotzdem nur diejenigen profitieren, die mit Homeoffice-Pauschale und anderen Ausgaben über diesen Betrag kommen. 

 

Und nun?  

Nach Angaben des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung (DIW) wird  die Energiekrise und die damit einhergehende Hochpreisphase noch bis weit in 2023 hinein anhalten.
Die dabei im Homeoffice entstehenden Zusatzkosten für Energieaufwendungen müssen leider erstmal die Arbeitnehmer*innen selbst tragen. Besonders im Interesse der einkommensschwachen Haushalte gilt es, auf  weitere unterstützende Beschlüsse der Bundesregierung zu hoffen.

Um die abrechenbaren Arbeitstage bis dahin sinnvoll zu planen und die Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro zu übersteigen, empfiehlt es sich, unser Desksharing-Tool zu nutzen.
Dank Desksharing können Arbeitgeber Energiekosten sparen und gleichzeitig Arbeitnehmern in hybriden Arbeitsmodellen trotzdem die Möglichkeit bieten, regelmäßig vor Ort zu arbeiten. Durch flexible Angebote wie diese, werden die Belastungen der Energiekrise dann zumindest teilweise auf Arbeitgeber und -nehmer verteilt. 

 

Du möchtest mehr über die Vorteile und Möglichkeiten von Desksharing erfahren?
Dann vereinbare jetzt mit einem unserer Expert*Innen für hybrides Arbeiten und Desksharing dein kostenloses   Expertengespräch