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Burnout - Was können Arbeitnehmende und Arbeitgebende zur Vorbeugung tun?

Wie kann man die Entstehung des Burnout-Syndroms verhindern? Was sind Risikofaktoren und was können Arbeitgebende tun, um die Mitarbeitende zu schützen?


Insgesamt gibt es rund 300.000 Menschen in Deutschland, bei denen Burnout bereits diagnostiziert wurde. Etwa 100.000 davon sind im Jahr deswegen krankgeschrieben. Etwa 4 von 10 Deutschen fühlen sich häufig erschöpft und ausgebrannt. Somit ist fast die Hälfte der Deutschen durch Burnout gefährdet.
Was Burnout genau ist, welche Symptome man erleiden kann, welche Ursachen es gibt und wie Burnout behandelt werden kann, haben wir letzte Woche schon in unserem Blogbeitrag „Burnout - mehr als nur ein bisschen Stress.“ erklärt.

Doch wie kann man die Entstehung des Burnout-Syndroms verhindern? Was sind Risikofaktoren und Warnsignale und was können Arbeitgebende tun, um die Mitarbeiter*Innen zu schützen?

 

Inhalt:

 

Was sind die größten Risikofaktoren? 

Die Risikofaktoren hängen natürlich eng mit den Ursachen zusammen. Dennoch haben wir nochmal die wichtigsten Risikofaktoren zusammengetragen:

Innere Risikofaktoren:

  • Übereifer
  • Perfektionismus
  • extreme Erwartungen an sich selbst
  • schwaches Selbstbewusstsein
  • Überempfindlichkeit 
  • Schwierigkeiten, sich Fehler und Schwäche einzugestehen

Äußere Risikofaktoren:

  • Berufliche Überforderung (z.B. zu viel Verantwortung)
  • zu wenig/keine Wertschätzung und Anerkennung
  • keine soziale Unterstützung
  • Ungelöste Konfliktsituationen mit Kolleg*innen oder Führungspersonal
  • Ungerechtigkeit
  • Konkurrenzdruck
  • Ständige Erreichbarkeit
  • wenig Eigeninitiative

 

Was sind typische Warnsignale?

Warnsignale sind leider gar nicht so eindeutig und leicht zu erkennen beziehungsweise werden oft einfach ignoriert. Außerdem fängt der Zustand der Erschöpfung schleichend an. Anfangs nimmt man dies gar nicht als Warnsignal wahr, denn ein bisschen gestresst und erschöpft ist doch jede*r mal. Auch Symptome wie Kopf- oder Rückenschmerzen werden meist mit Schmerzmitteln behandelt und erstmal ignoriert.

Weitere Warnsignale sind Überforderung bei der Arbeit oder im Alltag, wenig Energie, Reizbarkeit und verminderte Konzentration und Leistungsfähigkeit. Hierbei sollte man wachsam sein und selbst beobachten, ob Symptome einmalig auftreten oder immer häufiger vorkommen.

Psychosomatische Symptome sind beispielsweise Kopfschmerzen, Migräne, Rückenschmerzen, Verspannungen, Schlafstörungen und Infektanfälligkeit. Auch diese werden häufig als normal abgetan und ignoriert, denn man muss in unserer Leistungsgesellschaft ja funktionieren. Von diesen Gedanken müssen wir uns lösen, denn zum einen sollte unsere Gesundheit wichtiger sein, als unsere Leistung und zum anderen sind wir ja viel leistungsfähiger, wenn wir gesund sind.



Was kann man selbst zur Vorbeugung tun?

Um den inneren Risikofaktoren und Ursachen vorzubeugen, kann man selbst einiges tun. Das Wichtigste ist, sich zuerst mit dem Thema zu beschäftigen und aufmerksam zu sein. Wir haben 5 Tipps, die helfen, einem Burnout vorzubeugen.

  1. Eigene Gefühle und Bedürfnisse wahrnehmen.
    Um vorbeugend zu handeln, ist es sehr wichtig, seine eigenen Gefühle überhaupt wahr- und ernst zu nehmen. Es ist nicht sinnvoll, Stress und Erschöpfung einfach zu ignorieren und weiterzumachen. Man muss die Gefühle zulassen und beispielsweise direkt etwas gegen die Erschöpfung tun, bevor sie zum Dauerzustand wird. Außerdem sollte man ebenfalls darüber nachdenken, was einem im Job wichtig ist. Welche beruflichen Ziele hat man, was möchte/kann man geben und was braucht man? Manche Menschen brauchen viel Anerkennung für ihre Tätigkeiten, andere dagegen viel Freiraum und Eigenverantwortung. 
  1. Eigene Gefühle und Bedürfnisse äußern.
    Dieser Punkt hängt eng mit dem ersten zusammen. Wenn man gelernt hat, seine Gefühle wahrzunehmen und insbesondere in Bezug auf die Arbeit weiß, was man braucht, ist es wichtig, dies auch zu äußern. Braucht man Wertschätzung und Anerkennung, um motiviert zu bleiben und sich gut zu fühlen, darf man dies auch den Vorgesetzten gegenüber äußern. Oft sind diese für Anmerkungen und Anregungen dankbar. Außerdem ist es wichtig zu lernen „Nein" zu sagen. Hat man schon eine riesige to do Liste, muss man nicht auch noch Gefallen für Kolleg*innen oder Vorgesetzte erledigen. 
  1. Gezielte Entspannung
    Um den Stress von der Arbeit und die Gedanken, die man sich meist auch noch Zuhause weiter macht, loszuwerden, hilft es, sich gezielt zu entspannen. Dies funktioniert natürlich nicht auf Knopfdruck. Doch Yoga und autogenes Training sind bekannte Techniken, mit denen eine schnelle Entspannung meist gelingt. Dies muss weder zeit- noch kostenaufwendig sein. Schon 5-10 Minuten Yoga beispielsweise mithilfe eines Youtube-Tutorials können helfen, sich zu entspannen. Auch Aktivitäten wie Lesen, Musikhören oder ein Bad nehmen helfen, runterzukommen und zu entspannen.
  1. Lernen, mit Stress umzugehen. 
    Wir haben nun gelernt, unsere Bedürfnisse wahrzunehmen und merken, dass wir extrem gestresst sind und kaum zur Ruhe kommen. Was nun? Das beste Mittel ist in diesem Fall tatsächlich Sport. Am besten Ausdauersport an der frischen Luft wie Joggen, Fahrrad fahren und Schwimmen. Durch die Bewegung werden Stresshormone abgebaut und sie hilft zusätzlich auch gegen stressbedingte Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Schlafstörungen. 
  1. Perfektionismus ablegen
    Besonders gefährdet sind unter anderem Menschen, die sehr perfektionistisch sind. Perfektionisten missachten oft ihre eigenen Bedürfnisse, um Perfektion anzustreben und nehmen Überstunden und extra Aufgaben in Kauf. Doch niemand kann perfekt sein und niemand kann es jedem Recht machen. Dies muss man sich selbst immer wieder verdeutlichen. Es ist vollkommen in Ordnung und normal Fehler zu machen. 

 

Was können Arbeitgebende tun, um Burnout bei ihren Mitarbeiter*innen vorzubeugen?

Wie bereits erwähnt, gibt es nicht nur die inneren Ursachen, an denen Arbeitnehmende selbst arbeiten können, sondern auch äußere Risikofaktoren und Umstände, welche die Entstehung des Burnout-Syndroms begünstigen. Es sollte absolut im Sinne der Arbeitgebenden sein, eine Arbeitsatmosphäre zu schaffen, in der sich die Mitarbeiter*innen wohlfühlen und ein Burnout bestenfalls erst gar nicht entsteht. So sind die Arbeitnehmenden zufriedener und leistungsfähiger. Wir haben 5 Tipps für Arbeitgebende:

  1. Aufklärung 
    Leider ist das Burnout-Syndrom häufig immer noch ein Tabuthema. Dies sollte geändert werden. Die Mitarbeiter*innen sollte genau über das Burnout informiert werden, damit alle die Risiken kennen und Warnsignale frühestmöglich wahrnehmen können. Auch als Arbeitgeber*in hilft es, mit dem Thema vertraut zu sein, um ungesunde Verhaltensmuster der Mitarbeitenden zu erkennen und gegebenenfalls anzusprechen. 
  1. Zuhören und Verständnis zeigen.
    Den Mitarbeiter*innen sollte zu jeder Zeit klar sein, dass sie sich bei Problemen oder ersten Anzeichen immer an die Arbeitgebenden wenden können. Arbeitgebende sollten verständnisvoll und aufmerksam reagieren. Eine Möglichkeit wären beispielsweise feste Zeiten, in denen Mitarbeiter*innen über ihr persönliches Befinden sprechen können. Wenn der Verdacht auf einen Burnout besteht, sollte man den Betroffenen dazu raten, einen Arzt aufzusuchen und ihnen zeigen, dass kein Druck ausgeübt wird und es nicht darum geht, dass sie schnellstmöglich wieder voll leistungsfähig sein müssen.
  1. Arbeitspensum und Überstunden prüfen und abbauen
    Gerade sehr ehrgeizige Menschen neigen dazu, Überstunden zu machen und sich für ihre Arbeit aufzuopfern. Als Arbeitgeber*in sollte man das Arbeitsverhalten der Mitarbeiter*innen stets im Blick haben und darauf achten, dass nicht zu viele Überstunden gemacht werden. Hierbei hilft es die Arbeit der Mitarbeiter*innen wertzuschätzen und zu äußern, dass die erledigte Arbeit gesehen wird. So wird Druck herausgenommen und Arbeitnehmende kriegen bestenfalls das Gefühl, dass Überstunden nicht nötig sind, um zu zeigen, dass man hart und verlässlich arbeitet.
  1. Soziales Miteinander
    Ein weiterer Auslöser können Konflikte im Büro sein. Arbeitgebende sollten zur Vorbeugung das Teambuilding fördern. Durch gemeinsame Events und Aktivitäten gelingt dies meist sehr gut und einfach. Auch sollte man bei der Konfliktlösung zur Seite stehen und darauf achten, dass Probleme und Sorgen immer offen angesprochen werden können.
  1. Flexibles Arbeiten ermöglichen 
    Ein wichtiger Faktor zur Vorbeugung des Burnout-Syndroms ist die Work-Life-Balance. Mitarbeitende sollten neben der Arbeit genug Zeit haben, ihre sozialen Kontakte zu pflegen und Freizeitaktivitäten wahrzunehmen. Hierbei helfen besonders flexible Arbeitsmodelle wie das hybride Arbeiten inklusive Desksharing.
    Hierbei können Arbeitnehmende selbst einteilen, wann und wo sie arbeiten. Dies kann eine Menge Stress ersparen und Mitarbeitende können ihre Zeit sehr effektiv einteilen. Durch Desksharing können außerdem die Bindungen zwischen den Mitarbeitenden gestärkt werden, da es keine festen Plätze gibt und man so nicht nur mit einem festen Sitznachbar täglichen Kontakt hat. Ein paar hilfreiche Infos und Tipps zum hybriden Arbeiten erfährst und in unserem Blogbeitrag „Wie Mitarbeitende bei Hybrid Work mitbestimmen können“.

 

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